Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (JoA) an der BS I-Kempten

Betreuer: Oberstudienrat Bernd Seyberth

Häufig wird angenommen, dass die Schulpflicht in Deutschland nach neun Schulbesuchsjahren beendet sei. Dies gilt jedoch nur für die wenigsten Schulabgänger.

Während ein Schüler mit mittlerem Schulabschluss erst mit Beginn einer Berufsausbildung berufsschulpflichtig wird, gilt für alle Absolventen einer neunjährigen Mittelschule eine dreijährige Berufsschulpflicht. Diese beginnt unmittelbar nach dem Verlassen der Mittelschule. An der BS I Kempten werden Jugendliche betreut, die sich für eine spätere Berufsausbildung im Bereich Technik, insbesondere Metall- und Elektrotechnik, interessieren.
Der Schulunterricht für Jugendliche ohne Ausbildung (JoA) ist an der BSI folgendermaßen organisiert.

1. BVJ-K (Berufsvorbereitungsjahr/kooperativ) und B-Klasse (Klasse zur Berufsfindung) nach dem Vorbild des „Straubinger Modells“. Erstmals unterrichten Lehrer der Mittelschule und der Berufsschule in denselben Klassen. Während die BVJ-K-Klasse verwaltungstechnisch der Berufsschule zugeordnet ist, ist die B-Klasse der Mittelschule angegliedert. Beide Klassen werden von Schülern besucht, die ihre neunjährige Vollzeitschulpflicht bereits abgeleistet haben und nun noch nicht in einem Ausbildungsverhältnis stehen. Die Schüler beider Klassen werden im Blockunterricht durch eine Mittelschullehrkraft beschult und auch von Lehrern der Berufsschule unterrichtet. Der Unterricht findet jeweils für zwei Blockwochen im Wechsel mit der anderen Klasse statt. Die zwei übrigen Wochen verbringen die Schüler in verschiedenen Praktika. Hier werden Sie durch eine Sozialpädagogin betreut.
Im Bereich des berufsvorbereitenden Unterrichts kooperiert die BSI-Kempten mit der Nachbarschule BS III-Kempten. So können wir den Jugendlichen über den Bereich Technik hinaus auch die Sparte „Nahrung & Ernährung“ anbieten.
Der Unterricht durch die Mittelschullehrkraft zielt vor allem auf eine Festigung der Kenntnisse in der Vorbereitung auf die Prüfung zum Qualifizierenden Hauptschulabschluss ab. Die Berufsschullehrer vermitteln erste praktische Fertigkeiten und stellen einen konkreten fachlichen Bezug zwischen Schulstoff und Arbeitswelt her.
Ziel dieser gemeinsamen Maßnahme ist es, möglichst viele Jugendliche mit dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss nachzuqualifizieren und die Jugendlichen mit Hilfe der Praktika in Ausbildung zu bringen.


2. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz
Unsere so genannten „freien JoAs“ werden im Einzeltagesunterricht beschult. Sie besuchen jeden Dienstag die Berufsschule. Neben dem Unterricht in den allgemein bildenden Fächern Deutsch, Sozialkunde und Ethik werden vor allem Grundkenntnisse im Bereich Metall- und Elektrotechnik vermittelt. Der Unterricht ist projektorientiert und modular aufgebaut.

Jugendliche die an einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen, werden gemeinsam mit den „freien JoAs“ beschult.

Weitere Informationen: