Wenn das Stündlein schlägt

Jetzt wissen auch die Lehrer der Fachschule für Mechatroniktechnik welche Stunde ihnen geschlagen hat!

Nach etlichen mühevollen Wochen stellten die Technikerschüler der Fachschule für Mechatroniktechnik (kurz: „FMT“) ihre Wanduhren fertig. Um Raum für kreative und innovative Entwicklungen zu lassen, formulierten die betreuenden Lehrer, Stefan Sommer und Thomas Barmetler, den Arbeitsauftrag für ihre Schüler möglichst offen: sie sollten eine Wanduhr entwerfen, die ca. 30 – 50 cm groß ist, eine Schnittstelle zur Außenwelt hat, mit einem Mikroprozessor arbeitet und mit einem Budget von rund € 50,- realisiert werden kann.

Besonders die letzte Anforderung stellte die Schüler vor große Herausforderungen. Nach der morphologischen Analyse – einer kreativ-analytischen Methode zur Lösung einer Problemstellung – stellten fast alle Schülerteams fest, dass ihr Ansatz zwar toll, aber leider viel zu teuer war. So galt es, die eingesetzten Materialien, Fertigungstechniken und Arbeitsprozesse unter betriebswirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten zu optimieren.

Am Ende verwendeten fast alle Gruppen selbst erstellte CAD-Modelle für Gehäuse oder Uhrenzeiger, die sie auf einem 3D-Drucker fertigen konnten. Das war viel günstiger als der Erwerb von Zukaufteilen. Außerdem konnte so nahezu jedes gewünschte oder benötigte Design realisiert werden. Eine weitere Erleichterung stellte die Nutzung der Wasserstrahlschneidanlage der Staatlichen Berufsschule I dar. Durch hohes Engagement und viele Stunden in der Freizeit ermöglichten die Lehrer Florian Strobl und Andreas Beck die hochpräzise Fertigung der individuell benötigten Komponenten. Aber auch die klassischen Fertigungsverfahren wie drehen, bohren, schneiden, sägen, feilen, … kamen zum Einsatz.

Und genauso vielfältig wie die Bearbeitung war auch die Materialauswahl der Schüler: von Kunststoff bis Edelstahl und von Altholz bis Plexiglas reichte die Auswahl. Kombiniert mit Klatsch- oder Bewegungssensoren zum Einschalten der Chronografen oder Fernbedienungen, um die Farbe der integrierten LED-Beleuchtung zu steuern, entstanden echte Unikate. Gesteuert werden die Zeiger, Anzeigen, Beleuchtungen, … mit den verbauten Arduino-Mikroprozessoren. Und dass die dafür notwendigen Programme selbst geschrieben wurden, war Ehrensache.

Eine Fotostrecke der Wanduhren findet sich auch auf www.schuelerunterlagen.de/wanduhren.